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Betrieb von Dieselgeneratoren mit Heizöl

Betrieb von Dieselgeneratoren mit Heizöl

Ob Dieselgeneratoren mit Heizöl betrieben werden können ist eine oft diskutierte Frage, der wir uns in diesem Beitrag widmen möchten. Doch eins schon vorweg: Da sich Heizungen und Motoren in den letzten Jahrzehnten ständig weiterentwickelt haben und Heizöl und Diesel dafür angepasst wurden, gibt es heute größere Unterschiede zwischen den beiden als noch vor 20 Jahren.

Daher sollte immer nur der vom Hersteller empfohlene Treibstoff in den Tank Ihres Generators gefüllt werden. Bevor wir jedoch auf die technischen Details eingehen, ist es wichtig sich die vom Gesetzgeber vorgegebenen Rahmenbedingungen genauer anzuschauen. 

 

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Heizöl wird mit weniger Steuern belegt als Diesel. Das Tanken von Heizöl anstatt von Diesel könnte auf den ersten Blick als gute Maßnahme erscheinen, um Geld zu sparen. Wer jedoch Heizöl für Kraftfahrzeuge verwendet macht sich der Steuerhinterziehung schuldig. Neben einer Nachversteuerung können auch Bußgelder verhängt und sogar Strafverfahren eröffnet werden. Um Heizöl besser von Diesel unterscheiden zu können wird dieses rot eingefärbt und mit Markierstoff Solvent Yellow 124 versetzt. So kann der Zoll auch anteilig beigemischtes Heizöl im Tank zweifelsfrei nachweisen. 

 

Für Stromgeneratoren schreibt das Energiesteuergesetz vor, dass es unter der Einhaltung von Vorgaben erlaubt ist, ein Notstromaggregat mit Heizöl zu betreiben:

  • Die Anlage darf nur der Stromerzeugung dienen (Energiesteuergesetz § 3 Nr. 1)
  • Es sich um eine „ortsfeste Anlage“ handeln. Als Ortsfest definiert der Gesetzgeber „[…] Anlagen, die während des Betriebs ausschließlich an ihrem geografischen Standort verbleiben und nicht auch dem Antrieb von Fahrzeugen dienen. Der geografische Standort im Sinn des Satzes 1 ist ein durch geografische Koordinaten bestimmter Punkt.“ (Energiesteuergesetz § 3)

Rein rechtlich dürfen Stromerzeuger also mit Heizöl betrieben werden. Einen LKW dürfte man hingegen nicht mit Heizöl betanken. 

 

Heizöl im Notstromaggregat

Doch macht es technisch Sinn das Notstromaggregat mit Heizöl zu betanken? Insbesondere für Menschen, die zuhause schon einen Heizöltank haben könnte dies verlocken klingen. Doch Vorsicht! Hersteller raten ausdrücklich vom Gebrauch von Heizöl in Dieselgeneratoren ab – außer diese sind speziell dafür ausgelegt. 

Dieselaggregate, die auch mit Heizöl betrieben werden können, finden Sie hier 

Grund dafür sind die unterschiedlichen chemischen Zusammensetzungen von Heizöl und Diesel. Denn auch, wenn beide chemisch ähnlich zusammengesetzt sind, gibt es doch einige wichtige Unterschiede. 

Da Heizöl für die nichtmotorische Verbrennung ausgelegt ist, enthält es mehr Schwefel als Diesel.  Bspw. hat schwefelarmes Heizöl EL 50 mg Schwefel pro Liter, während Diesel nur 10 mg/l aufweist. Wird im Dieselmotor nun das schwefelhaltigere Heizöl verbrannt kann es zum Ausstoß von Schwefeldioxid kommen, dass im Motorraum eine schwefelige Säure bildet. Diese wirkt sich wiederum schädigend auf den Motor aus und kann zu Korrosionen der Abgasanlage führen. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem verfrühten Motorschaden. 

Auch bei den zugemischten Additiven unterscheiden sich Diesel und Heizöl: Im Heizöl befinden sich verschiedene Kohlenwasserstoffe bei denen der Siedepunkt breiter gestreut ist als bei Dieselkraftstoffen. Auch weißt Heizöl einen größeren Wassergehalt auf und kann mehr Verunreinigungen enthalten, da die chemische Zusammensetzung nicht so streng reglementiert ist, wie bei Diesel. 

So wird Diesel nach DIN EN 590 noch weitere Zusätze beigefügt, welche die Zündwilligkeit (Cetanzahl) garantieren. Bei Heizöl wird darauf verzichtet. So kann es beim Gebrauch von Heizöl im Dieselgenerator zu einer verstärkten Rußbildung und starkem Nageln. Nageln beschreibt einen Prozess, in dem weitere Zündkerne entstehen, die aufeinandertreffen. So entsteht das "nagelnde" Geräusch. Die auftretenden Druckspitzen können zu Motorschäden führen.

 

Lagerung von Heizöl 

Wie in diesem Blogartikel beschrieben, wird Diesel je nach Jahreszeit verschiedene Wirkstoffe beigemischt, um die Filtrierbarkeit herabzusetzen und den Motor zu schützen. So kann Diesel auch bei -20°C filtrierbar bleiben. Die Fließfähigkeit von Heizöl hingegen kann schon bei +5°C beeinträchtigt sein. Ab -10°C bildet Heizöl Paraffinkristalle, die den Filter verstopfen können. 

In Sachen Lagerung hat Heizöl jedoch einen großen Vorteil gegenüber Diesel: Es wird nicht „schlecht“. Zwar altert Mineralöl wie alle anderen Naturprodukte auch. Jedoch sondern sich nur einige im Öl enthaltene Stoffe ab und sinken als Ablagerung auf den Boden des Tanks. So lange der Tank jedoch fachgerecht installiert ist, stellt dies kein Problem dar. 

Um die Qualität von Heizöl möglichst lange zu erhalten sollte darauf geachtet werden, dass das Heizöl vor Lichteinfall geschützt ist, bei einer konstanten, kühlen Temperatur (5°C - 15°C) gelagert wird und nur ein geringer Sauerstoffeintrag herrscht. 

 

Fazit

Heizöl kann somit aus rechtlicher Sicht problemlos für den Einsatz Ihres Stromerzeugers genutzt werden. Technisch ist dies schon schwieriger zu beurteilen. Wir empfehlen nur die vom Hersteller zugelassen Treibstoffe für Ihr Notstromaggregat zu nutzen, da es sonst zum Garantieverlust kommt und zu Motorschäden kommen kann. Benutzen Sie Heizöl nur, wenn der Hersteller ausdrücklich darauf hinweist, dass Heizöl genutzt werden kann. 

Ein heizölfähiges Aggregat macht – aus unserer Sicht – nur Sinn, wenn Sie schon eine Ölheizung mit eigenem Öltank besitzen und den Generator nur im Notfall, nicht jedoch regelmäßig nutzen wollen. So müssten Sie keinen zusätzlichen Diesel lagern. 

Fragen? Gerne helfen wir Ihnen weiter!

Ihr Team von Generatorgermany.com

 

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